Autor: satorrotas

Quo Vadis, Michelin?

Die Transformation des Michelingeländes ist für Hallstadt eine einmalige Chance. Sie „kann“ Hallstadt in vielerlei Sicht aufwerten und die Zukunftsfähigkeit sichern – nicht nur aus der wirtschaftlichen Perspektive heraus, sondern auch als soziale, nachhaltige und lebenswerte Kommune. Voraussetzung dafür ist, in Zeit und Ideen zu investieren. Leider konnten wir bislang nicht ausreichend mitgestalten – sinnfreie Geheimhaltung und Desinformation seitens des Bürgermeisters haben einen gemeinsamen Prozess, bei dem wir auch die Bürger gerne beteiligen würden, bisher blockiert. Das macht es uns aktuell schwer, in der nächsten Stadtratsitzung einem anstehenden Grundsatzbeschluss für die Entwicklung des Michelingeländes per se zuzustimmen.

Um dieses Informationsvakuum zu beheben, treffen wir uns nun im Vorfeld am 28.07. mit Anish Taneja (Präsident Michelin Europa Nord), um die Chancen für eine ganzheitliche Transformation des Geländes offen zu diskutieren – in der Hoffnung, mit validen Informationen und Impulsen den Grundsatzbeschluss mittragen zu können. Freuen dürfen wir uns auch über den Besuch von Özdemir und Sowa, was die überregionale Bedeutung unterstreicht.

Wo sind nun die Fahrradwege?

Wir arbeiten nach wie vor daran für Hallstadt mehr Fahrradwege zu realisieren. Dieses Vorhaben erweist sich in der Realität als äußerst schwierig. Einerseits sind die verfügbaren Flächen in Hallstadt sehr begrenzt, andererseits liegt der Fokus momentan auf anderen Themen (Michelin, ICE Ausbau).
Deshalb haben wir mit unserem Antrag für den Haushalt 2020/21 den Fokus wieder auf den Ausbau der Fahrradwege gelegt.
Wir haben erreicht, dass unser Antrag auf die „Weiterentwicklung des bereits bestehenden Verkehrskonzeptes (ISEK)“ im Stadtrat bewilligt wurde. Es wird ein Planungsbüro beauftragt dieses durchzuführen.

Warum braucht Hallstadt eine Freiflächen­gestaltungssatzung?

Da Hallstadt leider einige Innenstadtbereiche hat, für die es keine Bebauungspläne gibt, greift hier der §34 des Baugesetzbuches. Das heißt, egal, was der Bauausschuss auch beschließt, das Landratsamt hat letztendlich immer die Entscheidungshoheit. Daher kann es passieren, dass sich der gesamte Stadtrat gegen ein Bauvorhaben ausspricht, das Landratsamt jedoch dagegen hält und den Beschluss kippt.
Dies ist leider bereits mehrfach passiert.
Kommunen können im Rahmen ihrer Selbstverwaltung Satzungen erlassen und städtebauliche Ziele und Maßnahmen festschreiben. Wir konnten den Impuls setzen und die anderen Fraktionen ins Boot holen, um diese Satzung auf den Weg zu bringen. Aktuell wird der erste Entwurf der Satzung diskutiert und wir hoffen, möglichst viele unserer Ziele zu realisieren.

Wie konnte es soweit kommen?

Hallstadt hat leider einige Innenstadtbereiche, für die es keine Bebauungspläne gibt. Aus diesem Grund greift §34 Baugesetzbuch. Egal, was der Bauausschuss beschließt, das Landratsamt hat hier immer Entscheidungshoheit. Somit kann es passieren, dass sich der gesamte Stadtrat gegen derlei Bauvorhaben ausspricht, das Landratsamt den Beschluss kippt und dieses entgegen des Stadtratsbeschlusses genehmigt. Dies ist bereits mehrfach so passiert.
Ergebnis deutlich erkennbar – wie z.B. für das Projekt Josefstraße/Holzgartenstraße.
Bei einem konkreten Bauvorhaben während unsere kurzen Zeit im Stadtrat ist ein Bauvorhaben insgesamt fünfmal abgelehnt worden. Trotzdem ist es nun genehmigt! 
Wir wollen im Sinne der Lebensqualität eine zunehmende Verödung des Stadtbilds vermeiden. Wir wollen eine lebendige grüne Stadt und keine grauen und gepflasterten Betonwüsten!
Wir wollen qualitativ guten Wohnraum für alle, nachhaltig und ökologisch durchdacht und einen belebten Innenstadtbereich mit grüner Aufenthaltsqualität.

Warum laufen unsere Kanäle über?

Starkregenereignisse sind Wetterphänomene, die in Zukunft auch bei uns verstärkt auftreten werden. Im Gegensatz zu langsam ansteigendem Hochwasser an Flüssen sind diese aber nicht wirklich vorhersehbar oder regulierbar.
Ist der öffentliche Kanal überlastet, kann Wasser ins Gebäude rückstauen oder über die Hausinstallationen hineinlaufen. Eine weitere Gefahr sind die bei Starkregen überlaufenden Regenrinnen, die das Wasser vom Dach nicht mehr geordnet ableiten können. Im Frühjahr 2018 ist in Hallstadt genau dies passiert. Überflutete Keller waren die schmerzhafte Folge für die Betroffenen.

Um Gebäude gegen solche Rückstaus aus dem Kanal zu schützen, muss das Kanalnetz ausreichend leistungsfähig sein. Unter anderem überfordern z.B. überdimensionierte Mehrfamilienhäuser mit fast zu 100% versiegelten Außenbereichen ohne Dachbegrünung die Aufnahmekapazität des Hallstadter Kanalsystems. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, schon von vornherein Wassermengen deutlich zu reduzieren. Dies ist durch maximale Entsiegelung im gesamten Stadtgebiet und Regenwasserrückhalt durch Schaffung von ausreichenden Versickerungsflächen (Retentionsflächen, Grünflächen, Dach-und Fassadenbegrünung, versickerungsfähige Beläge) möglich.
So einfach das klingt, erleben wir in Hallstadt eine andere Realität. Trotz der stetig drohenden Gefahr überlaufender Kanäle, werden immer wieder Bauanträge verabschiedet, die nachhaltige und zukunftsweisende Bauweisen völlig ignorieren. Die minimal verbleibenden Restflächen werden für Parkplatzflächen versiegelt (die Stellplatzsatzung der Stadt Hallstadt fordert das so!), Grünflächen werden zum schmückenden Beiwerk degradiert. Das Kanalsystem ist aufgrund der hohen Anzahl an Wohneinheiten pro Grundstück überlastet und ganz nebenbei wird das Stadtbild ruiniert.

Nachverdichtung und Wohnraum ja bitte, aber nicht um jeden Preis!

Da das Wasser durch die umfassende Versiegelung nicht mehr vom Boden aufgenommen werden und versickern kann, erreicht das Wasser bei starken Regenfällen in den Straßen oft sehr hohe Fließgeschwindigkeiten

Information zur Flächenversiegelung in Deutschland

Die Flächenversiegelung in Deutschland schreitet stetig voran und sie betrifft jeden.
Auch wenn der Flächenverbrauch die letzten Jahre stetig weniger wurde, werden täglich immer noch ca. 660000 Quadratmeter Fläche gepflastert, asphaltiert und betoniert. Dies hat drastische Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen. Ein versiegelter Boden kann seine Aufgaben nicht mehr erfüllen.

Die Flächenversiegelung sorgt für zahlreiche Probleme:
  • Steigende Gefahr von Überschwemmungen bei Starkregen
  • Sinkende Grundwasserstände mit Auswirkungen auf das Trinkwasser
  • Verlorener Lebensraum für Flora und Fauna
  • Verschlechterte klimatische Bedingungen vor allem in stark besiedelten Gebieten
  • Flächenversiegelung lässt sich schwer rückgängig machen

Deswegen werden wir weiterhin mit Nachdruck versuchen, eine weitere Versiegelung durch neue Verkaufsflächen auf bisher noch nicht bebauten Flächen zu vermeiden.
Wir gegen den Flächenfraß!

Landschaftsschutzgebiet Kreuzberg

Mountainbike – Fluch oder Segen?

Der Kreuzberg hat sich mittlerweile zu einem Tummelplatz des Mountainbikesports entwickelt. Auf Grund seines Gefälles und der Wegestruktur ist er vor allem beliebt als Trainingsgelände für Halbprofis.

Leider sind nicht alle Fahrer rücksichtsvoll und das gewohnte bewandern wird oftmals zu einer gefährlichen Sache. Zu Recht kommen zunehmend Beschwerden.

Wir möchten proaktiv nach einer Lösung suchen, die Waldbesitzer, Stadt, Bürger, Biker miteinander befriedet und auch Belange des Naturschutzes integriert.
Wir sind dazu bereits in Kontakt mit dem Naturschutz, dem DAV und dem Fahrradclub.

Runder Tisch in Aussicht

Nicht nur wir sind aktiv geworden, sondern auch Anne Schmitt aus Kemmern (Flussparadies) – vielen Dank hierfür. Prompt kommt eine Rückmeldung auch vom Naturpark Hassberge, der hoffen lässt: Neben einem geplanten runden Tisch werden auch parallel die Fördermittel für eine gemeinsame Projektierung geprüft.

Aktivitäten zur Lösungsfindung

Fazit aus dem Plenum der Grünen Bamberg-Land vom 24.06.2020

Der Mountainbikesport wird zunehmen – denn gerade die Kinder entdecken diesen naturverbundenen und fazinierenden Sport für sich. Das ist natürlich generell zu begrüßen. Umso mehr müssen wir die Belange der anderen Waldnutzer und vor allem den Naturschutz in die Diskussion einbringen.

Fazit: Verbote erzeugen Stress, Unmut und aus Erfahrung weitere Zerstörung der Natur. Denn mit der Zerstörung einer Route durch das Forstamt entsteht nebenan eine Neue.

Unser Ansatz:

  • Wir werden das Thema verstärkt in den Kreistag einbringen, um von der Reaktion in eine konzeptionelle „Preaktion“ zu kommen
  • Haßberge planen ihre Region diesbezüglich zu entwickeln. Der Kreuzberg gehört damit unwillkürlich dazu. Wir schlagen einen intensiven Austausch vor und eine final gemeinsame Lösung
  • Naturschutz hat Priorität. Es ist zu prüfen, wo in diesem Landschaftsschutzgebiet besondere schützenswerte Habitate liegen.
  • Das eigentliche Nadelöhr ist der einspurige Weg vom Rabenhorst zum Wagnerkeller. Dieser ist kurzfristig so zu erweitern, dass Fußgänger, Radfahrer und Mountainbiker diesen gefahrlos nutzen können.
  • Wir müssen steuern – durch plakative Sensibilisierung und durch ausgeschriebene Wege für die Mountainbiker.

Ansprechpartner: BÜNDNIS90 / DIE GRÜNEN Hallstadt

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